Fondsgebundene Rentenversicherung Vor- und Nachteile

Fondsgebundene Rentenversicherung Vor- und Nachteile

Anfrage für eine fondsgebundene Rentenversicherung


Was ist private Altersvorsorge und warum die gesetzliche Rente nicht reicht?

Eine fondsgebundene Rentenversicherung ist eine Form der privaten Altersvorsorge. Private Altersvorsorge bedeutet, dass man neben der gesetzlichen Rentenversicherung - in welche man als Angestellter verpflichtend einzahlt - noch zusätzlich etwas für später anspart. Vorteil der privaten Altersvorsorge ist, dass es verschiedene Modelle für die Ansparung gibt und man selber entscheiden kann, wie sein Geld angelegt werden soll.

Bei der gesetzlichen Rentenversicherung gibt es diese Freiheit nicht, sondern einen strengen gesetzlichen Rahmen, bekannt als "Umlageverfahren". Dieser Name gibt Aufschluss über das Finanzierungssystem der gesetzlichen Rentenversicherung. Man würde denken, dass wenn man in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlt, diese Zahlungen auf einem Konto mit dem jeweiligen Namen des Einzahlers landen. Tatsächlich werden die Einzahlungen jedoch verwendet, um die Rentenansprüche der aktuellen Rentner zu bedienen.

Warum ist die private Altersvorsorge so wichtig?

Wie gerade geschildert, wird durch das Umlageverfahren nichts angespart. Wenn man sich nun vor Augen führt, dass die Zahl der Rentner stetig zunimmt und gleichzeitig die Lebenserwartung eines jeden steigt, steht die gesetzliche Rente vor einem großen Problem. Wie soll das ganze langfristig finanziert werden? Der Staat hat folgende drei Möglichkeiten:

 

 Es werden die Rentenbeiträge erhöht

 Es wird das Renteneintrittsalter erhöht

 Es werden die Rentenansprüche gesenkt

 

Keines dieser Szenarien stimmt einen positiv für die Zukunft. Bei diesen Aussichten ausschließlich von der gesetzlichen Rentenversicherung abhängig zu sein sollte keine Option sein. Daher ist die private Altersvorsorge wichtig.


Fondsgebundene Rentenversicherung - Ein Baustein der privaten Altersvorsorge

Eine fondsgebundene Rentenversicherung ist ein renditestarker Baustein der privaten Altersvorsorge. Als private Altersvorsorge kann vieles bezeichnet werden und sollte man sich eher als Gesamtheit verschiedener "Ersparnisse" vorstellen. Doch welche Bausteine tragen zu dieser Gesamtheit bei? Für diese Antwort wurde das sogenannte Drei-Säulen-Modell der Altersvorsorge entworfen.

 

 Säule I: Hierunter fällt die gesetzliche Rentenversicherung und die Rürup-Rente

 Säule II: Hierunter fällt die Betriebliche Altersvorsorge (BAV) und die Riester-Rente

 Säule III: Hierunter fällt die private (fondsgebundene) Rentenversicherung, Immobilien, Fonds und Aktien

 

Die ersten beiden Säulen sind durch staatliche Rahmenbedingungen geprägt. Hinsichtlich Ein- und Auszahlungen gibt es hier strenge Vorgaben, jedoch auch interessante Subventionen (in Form von Steuer- und Sozialabgabenersparnissen). Der Staat hat das Problem der gesetzlichen Rentenversicherung selber erkannt und möchte mit solchen Förderungen einen Anreiz für die private Altersvorsorge schaffen. Unabhängig von Säule und Produkt der privaten Altersvorsorge besteht im Vergleich zur gesetzlichen Rente eine Kapitaldeckung. Anders als beim Umlageverfahren fließen die Einzahlungen also in einen persönlichen "Altersvorsorgevertrag" und nicht in einen allgemeinen Topf.

Bei der dritten Säule, worunter auch die fondsgebundene Rentenversicherung fällt, besteht die größte Flexibilität hinsichtlich der Gestaltung der privaten Altersvorsorge. Die Höhe der Einzahlungen und auch der Zeitpunkt über eine Verfügung ist hier an die individuellen Vorstellungen und Wünsche anpassbar. Zudem sind die Renditechancen bei der dritten Säule wohl am größten.

 

Drei-Säulen-Modell der Altersvorsorge


klassische und fondsgebundene Rentenversicherung - Die Unterschiede

Wie bereits erklärt, gehört die private Rentenversicherung (unabhängig von der Ausprägung, d.h. ob klassisch oder fondsgebunden) zur dritten Säule des Altersvorsorgemodells. Der Unterschied zwischen einer klassischen und fondsgebundenen Rentenversicherung liegt in der Anlageform, d.h. wie die Einzahlungen des Sparers angelegt werden. Wie man sich beim Namen "private Rentenversicherung" bereits denken kann, ist der Produktgeber zumeist eine Versicherungsgesellschaft. Man spart also im Rahmen einer Versicherung, genannt Versicherungsmantel, für das Alter.

Zu Rentenbeginn kann man sich zwischen einer lebenslangen monatlichen Rentenzahlung oder einer einmaligen Kapitalauszahlung entscheiden. Je höher das Vertragsguthaben bei Renteneintritt, desto höher sind auch die Leistungen. Beeinflussen lässt sich dies mit der Wahl des Vertrages:

Was ist eine klassische Rentenversicherung?

Merkmal der klassischen Rentenversicherung ist, dass die Einzahlungen des Sparers direkt bei der Versicherung angelegt werden. Der Sparbeitrag landet abzüglich der Kosten für den Vertrag im sogenannten "Deckungsstock" der Versicherung und wird hier zu einem Garantiezins in Höhe von aktuell 0,9 % angelegt. Zusätzlich kann der Versicherer erzielte Überschüsse an die Kunden weitergeben, welche das Vertragsguthaben erhöhen.

Was ist eine fondsgebundene Rentenversicherung?

Bei der fondsgebundenen Rentenversicherung werden die Einzahlungen des Sparers nach Abzug der Vertragskosten in Fonds bzw. ETF angelegt, an deren Entwicklung man teilnimmt. Die Auswahl der Fonds/ETF erfolgt individuell nach eigenen Erwartungen hinsichtlich Rendite und Risiko.


Fondsgebundene Rentenversicherung Vor- und Nachteile

In diesem Abschnitt wird nun auf das in der Beitrags-Überschrift genannte Thema: "Fondsgebundene Rentenversicherung Vor- und Nachteile" eingegangen. Die Vor- und Nachteile der fondsgebundenen Rentenversicherung werden im Vergleich zu einer klassischen Rentenversicherung betrachtet. Diese beiden Vertragsformen kommen in der Praxis am häufigsten vor. Dieser Abschnitt soll bei der Einordnung helfen, wann sich eine fondsgebundene Rentenversicherung lohnt oder wann doch lieber die klassische Ausprägung gewählt werden sollte.

 

Vorteile der Fondsgebundenen Rentenversicherung:

Der größte Vorteil der fondsgebundenen Rentenversicherung besteht mit den Renditechancen (Gewinnmöglichkeiten) des Kapitalmarktes. Ziel der privaten Rentenversicherung sollte sein, zu Rentenbeginn möglichst viel Kapital im Vertrag zu haben, welches schließlich als lebenslange monatliche Rente oder für eine große Einmalauszahlung dienen soll. Dies schafft man nur, wenn die Ersparnisse in Fonds und ETF fließen, welche bspw. in Aktien investieren, die eine durchschnittliche Rendite von ca. 7 % pro Jahr erwirtschaften.

Sich nur mit der Summe der selber getätigten Einzahlungen sollte man sich nicht zufrieden geben, sonst hätte man das Geld auch einfach auf ein Tagesgeldkonto oder Sparbuch legen können und dabei sogar Kosten gespart. So ähnlich verhält es sich bei der klassischen Rentenversicherung: Kaum Renditechance = Wenig Vertragswachstum!

Sich den Zinses-Zins-Effekt bei der fondsgebundenen Rentenversicherung zu Nutze machen: Die fondsgebundene Rentenversicherung kann ihr volles Potenzial am besten bei einer langen Vertragslaufzeit ausschöpfen. Je länger in die Fonds und ETF investiert wird, desto besser. Erzielte Gewinne der Anlage werden nicht ausbezahlt, sondern direkt wieder in die Fonds und ETF investiert. Somit erhöht sich das Vertragsguthaben, das wiederum weitere Gewinne erwirtschaften kann. Dieser Effekt beschleunigt sich mit jedem Monat. Je später also der Renteneintritt, desto besser.

 

Zinses-Zins-Effekt: Vorteil der fondsgebundenen Rentenversicherung

 

Fonds und ETF entsprechend der eigenen Risikoneigung auswählen: Bei der fondsgebundenen Rentenversicherung steht in der Regel eine große Auswahl verschiedener Fonds und ETF zur Verfügung. Entsprechend der eigenen Präferenz hinsichtlich Rendite und Risiko kann die Auswahl der Geldanlage erfolgen. Hier besteht eine große Flexibilität, auch hinsichtlich Änderungen während der Vertragslaufzeit. So sollte am Anfang bspw. eine hohe Aktienquote gewählt werden (um möglichst viel Gewinn zu erzielen) und je näher der Renteneintritt rückt, desto defensiver kann die fondsgebundene Rentenversicherung ausgerichtet werden (um nicht kurz vor der Verfügung noch größere Verluste durch Kursschwankungen hinnehmen zu müssen). Viele Anbieter von fondsgebundenen Rentenversicherungen bieten auch ein autmatisches "Ablaufmanagement" an, sodass die Aktienquote mit der Zeit von alleine reduziert wird.

Nachhaltigkeit bei der fondsgebundenen Rentenversicherung umsetzen: Das Thema Nachhaltigkeit spielt bei der Geldanlage in den letzten Jahren eine immer wichtiger werdende Rolle. Es gibt mittlerweile viele Fonds und ETF, welche ESG-Kriterien (Environmental, Social und Governance) berücksichtigen. Ziel dieser von der EU eingeführten Taxanomie ist, die Kapitalflüsse in Richtung der Unternehmen zu lenken, welche nachhaltig agieren. Bei der fondsgebundenen Rentenversicherung muss verpflichtend auf diese Nachhaltigkeitsstandards hingewiesen werden und Kunden haben somit die Möglichkeit mit der Fondsauswahl ihr Geld ESG-konform zu investieren, ohne Einbußen beim Gewinn machen zu müssen.

 

Nachhaltigkeit bei der fondsgebundenen Rentenversicherung

 

Nachteile der Fondsgebundenen Rentenversicherung:

Gegen eine fondsgebundene Rentenversicherung spricht nicht viel, jedoch muss an dieser Stelle in jedem Fall fehlende Zeit aufgeführt werden. Wer kurz vor der Rente steht, also nur noch wenige Jahre Zeit hat bis das Geld benötigt wird, sollte sich den Abschluss einer fondsgebundenen Rentenversicherung gut überlegen. Das eigentliche Potenzial - die Renditechance - kann ohne ausreichend Zeit nicht richtig ausgeschöpft werden:

Die Anlage in Fonds und ETF ist selbstredend mit Schwankungen verbunden. Am Kapitalmarkt gibt es keine garantierte Verzinsung und kein lineares Wachstum. Die Wertentwicklung der Fonds und ETF ist von vielen Faktoren abhängig (der weltweiten Konjunktur, Arbeitsmarkt- und Inflationslage und vielem mehr). Es kann neben sehr vielen positiven Jahren auch mal Krisenzeiten geben. Die durchschnittliche Entwicklung auf 10 Jahre, 15 Jahre oder gar 40 Jahre ist in der Historie immer sehr positiv gewesen. Nach jeder Krise kommt auch wieder ein Aufschwung. Die Erholungsphase kann aber manchmal länger auf sich warten lassen und kostet Zeit. Zeit, die jemand kurz vor der Rente aber nicht hat.

Falscher Umgang mit Wertschwankungen, auch bei länger ausgerichteten Laufzeiten: Geld ist immer mit Emotionen verbunden und diese Emotionen können einem bei der Anlage manchmal schmerzhaft im Weg stehen. Wer die Wertschwankungen einer fondsgebundenen Rentenversicherung nicht aushalten kann und bspw. am tiefsten Stand die Reißleine zieht und die Fonds und ETF verkauft, für den ist diese Anlage ebenfalls nicht geeignet. Dabei gab es in der Historie genug Krisen und fallende Kurse, welche sich immer wieder erholt haben. Schwankungen können sogar positiv sein: Bei regelmäßig besparten fondsgebundenen Rentenversicherung werden in Phasen niedriger Kurse "günstig" neue Fonds- und ETF-Anteile erworben. Wer dies verstanden hat, generiert im Vergleich zu einer klassischen Rentenversicherung einen großen Mehrwert.


Fazit der Vor- und Nachteile einer fondsgebundenen Rentenversicherung

 

Fondsgebundene Rentenversicherung - Vorteile

 attraktive Renditechancen

 flexibele Fonds- & ETF-Auswahl

 ESG-konforme Geldanlage möglich

 Ablaufmanagement vor Renteneintritt

 

Fondsgebundene Rentenversicherung - Nachteile

 nicht für "nervöse" Anleger geeignet

Fondsgebundene Rentenversicherung mit Steuervorteil - Die Rürup Rente

Wer nach Abwägung der Vor- und Nachteile der fondsgebundenen Rentenversicherung für sich entschieden hat, dass diese Form der privaten Altersvorsorge interessant ist, sollte sich auch zum Thema Rürup Rente informieren. Denn es lässt sich auch im Rahmen einer Rürup Rente in Fonds sparen und man kann im Vergleich zu einer normalen fondsgebundenen Rentenversicherung zudem von einem großen Steuervorteil profitieren.


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